Das Interview oder Eindrücke von der IMM 2010

Ich hatte euch ja noch ein paar Infos zur IMM versprochen. Und da ich es selbst nicht nach Köln geschafft habe, musste ich Spione aussenden. Philip Andris Studiert Produktdesign in Stuttgart und war einen Tag vor Ort. Also perfekt für ein kleines Interview.

Augenpralinen: Du warst dieses Jahr zum ersten Mal auf der IMM. Wie war dein erster Eindruck?
Philip: Phuu – alles ganz schön groß und ganz schön viel. Das ist an einem Tag echt nicht zu schaffen. Aber wir haben versucht uns einen guten Eindruck zu verschaffen.

Keiselsteine aus Filz

Augenpralinen: Welchen Stand oder welche Halle fandest du besonders sehenswert?
Philip: Für mich war Halle 11 mit den Studenten, den Hochschulen und den jungen Designer eine echte Inspirationsquelle. Ja, natürlich auch, weil ich Student bin und mich da mit einigen Leuten austauschen konnte. Aber eben auch, weil einige unkonventionellen Sachen zu sehen waren.
Zum Beispiel waren da diese Kiesel. Mir persönlich haben die nicht gefallen, aber die Umsetzung hat mir imponiert. Die waren optisch sehr real und haptisch so weich. Das hat irgendwie im Kopf nicht zusammengepasst. Die sollten sich eigentlich kalt anfühlen und dabei war die Anmutung des Materials Filz in den Messehallen natürlich sehr warm.

Ja, und dann war da noch der [D3] Design Contest mit Designer wie Elisa Strocyk. Sie hat einen Teppich entworfen, der sehr technisch anmutet durch die Verbindung von Holz und Textil.

Stoff oder Holz oder Beides?

Außerdem sehenswert fand ich den Underkoffer von Robert Haslbeck. Und Johanna Richter hat, irgendwie witzig, eine Schaukelkette entworfen. Alles in Allem sehr sehenswert diese Arbeiten.

Schaukelkette

Augenpralinen: Und was war in den anderen Hallen so los?
Philip: im Großen und Ganzen war das ein real gewordener Möbelkatalog bzw. wie beim Stand von “Schöner Wohnen” eine real gewordene Wohnzeitschrift. Das hat mich weniger geflasht, aber es war durchaus auch mal sehenswert. Allein um die Dimensionen des Möbelmarkter zu erahnen.

Und auch da waren durchaus Anregungen zu finden. Wie zum Beispiel die “gedruckten” Lampen. Durch dieses Herstellungsverfahren werden Formen möglich, die auf herkömmliche Art und Weise nur schwer oder gar nicht zu erreichen wären. Freedom of Creation (FOC) geht da ungewöhnliche Wege.

Kaktus Lampe ausgedruckt

Bild von der ausgedruckten Lampe

Ich glaube dazu gab´s auf der Hersteller Webseite auch ein Video… (Anm.d.R.: Ja, gibt es und ich hab das hier mal eingefügt.)

Macedonia Space Dividers by Janne Kyttanen from Freedom Of Creation on Vimeo.

Augenpralinen: Vorher hast du angedeutet, dass ich eher die jungen Designer interessiert haben. Wenn ich das richtig gelesen habe, dann waren in den Passagen bei der Designer Fair auch noch einige davon zu sehen. Konntest du auch da Vorbeischauen?
Philip: Ja, und das war noch interessanter. Denn hier waren offensichtlich eher die Leute, die sich den Austellungsplatz in den Hallen nicht leisten können. Es war alles viel weniger etabliert. Und für mich war natürlich besonders interessant, dass die Designer ansprechbar waren.
Zum Beispiel waren hier die Werke von “the dutch corner” zu sehen. Der Teppich mit den großen Maschen zum Beispiel. Das war einfach ganz normaler Schlauch-Strick, irgendwie gefüllt und dann erneut gestrickt. Sehr aufwändig. Aber das trifft auch das selbst gesteckte Ziel ganz gut. Das war nämlich: “Design mit dem Bezug zur Kunst, Kunsthandwerk und Technologie, Innovation und Tradition der Neudefinition von Symbolen und Offenheit gegenüber dem Material. Verspieltes, ausgesprochen intelligentes, niederländisches Design.”

Teppich in den Passagen

Und natürlich muss ich auch noch die schönen Tische und Lampen von Maigrau erwähnen. Die Beiden Designer kommen von meiner Hochschule.

Schale von Maigrau

Augenpralinen: Whow, also das klingt echt spannend. Da bleibt eine Frage zum Schluss: geht´s nächstes Jahr wieder zur IMM und wenn ja auf was wirst du Wert legen?
Philip: Auf jeden Fall würde ich nochmal zur IMM fahren, wenn die Zeit es erlaubt. Allerdings würde ich vielleicht mehr von dem Drumrum wahrnehmen und weniger Zeit auf der eigentlichen Messe verbringen. In die Passage würde ich mich aber auf jeden Fall wieder verirren.

Augenpralinen: Super, dann danke für´s Telefonat, super, dass das geklappt hat.
Philip: gerne, und gerne wieder.



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